Warum bieten Mehrlagensystem den besten Schutz?

Für die Störlichtbogenzertifizierung von Schutzkleidung ist es im Prinzip unerheblich, ob die Schutzwirkung durch ein oder durch mehrere Kleidungteile gewährleistet wird, solange die Anforderungen der Norm DIN EN ISO 11612 eingehalten werden. Daher wird die gesamte Schutzleistung bei vielen Herstellern sehr häufig nur in eine Kleidungsschicht, wie z.B. eine Außenjacke, gesteckt.

Open-Arch-Test

Testaufbau für Störlichtbogenzertifizierung im Open-Arc Test.

Open-Arch-Test Symbole

Symbolkennzeichnung für störlichtbogenzertifizierte Schutzkleidung.

Nach Open-Arch-Test

Die obere Lage ist verkohlt, und aufgebrochen - die zweite Lage hat die Hitzestrahlung aufgehalten. Der Träger wäre unverletzt.

Dies hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Durch die dafür nötige, mehrlagige Verarbeitung bekommt dieses eine Kleidungsstück deutlich mehr Gewicht, verliert Flexibilität und Atmungsaktivität und büßt somit Tragekomfort ein. Die Folge ist eine sinkende Akzeptanz der lebenswichtigen Schutzkleidung bei den Trägern. Nicht selten herrschen in Arbeitsumgebungen, die einen Störlichtbogenschutz erforderlich machen, hohe Temperaturen oder sehr beengte Verhältnisse. So wird die Schutzkleidung hier vorübergehend ab- oder gar nicht erst angelegt. Fatal, wenn man an die möglichen Folgen eines Störlichtbogenunfalls bei unzureichendem oder fehlendem Schutz denkt.

Schutzleistung Mehrlagensysteme

Mehrlagensysteme bieten den besten Schutz und den höchsten Komfort.

Ein Konzept aus mehreren Kleidungsschichten nach dem Zwiebelprinzip, wie das Mehrlagensystem von Fristads Kansas, bietet hierfür die Lösung: Die Bekleidung kann flexibel entsprechend dem geforderten Schutzziel zusammengestellt werden. So kann bereits die innerste Schicht aus flammfester Unterwäsche mit einer leichten Mittelschicht mit Störlichtbogenschutz kombiniert werden, um das geforderte Schutzziel zu erreichen. Dem Träger entsteht schon hier ein deutlicher Komfortvorteil, da er nun viel weniger Gewicht am Körper trägt, was ihm in beengten, warmen Umgebungen Erleichterung verschafft.

Kombiniert man nun zusätzlich noch eine Außenschicht aus komfortabler, weil leichterer Oberbekleidung, so wird das minimale Schutzziel (nach Boxtest) nicht nur erreicht, sondern übertroffen. Denn die Schutzleistung liegt deutlich höher als die rein rechnerische Summe der Schutzwerte der einzelnen Kleidungsstücke. Der Grund hierfür sind die Lufteinschlüsse zwischen den Lagen, die zusätzlich für einen isolierenden Effekt sorgen. Außerdem bestehen alle Schichten aus störlichtbogenzertifizierter bzw. flammfester Kleidung und nicht nur die Außenschicht. Sollte die äußere Lage durch hohe Temperaturen aufbrechen, bildet die zweite Textillage eine zusätzliche Schutzschicht. Steckt die gesamte Schutzleistung dagegen ausschließlich in der äußeren Kleidungsschicht, wird darunter meist zusätzlich noch private, nicht normgerechte Kleidung getragen. Zusätzliches Gewicht also ohne irgendeine Schutzleistung, das jedoch eine weitere Gefahrenquelle birgt: Nicht genormte Kleidung aus Polyester etwa verschmilzt bei hohen Temperaturen direkt mit der Haut.

Wenn es um einen effektiven Schutz bei Störlichtbogenunfällen geht, geht nichts über Mehrlagensysteme. Sie schützen den Träger vor ernsteren Verletzungen, gerade und insbesondere weil sie gerne getragen werden.